Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Denkmalschutz

Spuren einer Eisenzeitsiedlung gefunden

Anfang März 2019 starteten die Baggerarbeiten an den für den Neubau vorgesehenen Flächen. Dabei wurden auf der künftigen Baustelle Reste einer bronzezeitlichen Siedlung gefunden. Entdeckt wurden viele Pfostengruben, Stakenreihen (mehrere kleinere Löcher zum Anlegen von Zäunen) und zahlreiche Keramikfunde. Überwiegend wurden Pfostengruben ausgemacht, das sind Standspuren von Pfosten, die sich als dunkle Erdverfärbungen im anstehenden helleren Sandboden erhalten haben. Andere Befunde deuten auf Siedlungsgruben (Abfall-, Vorrats- oder Materialentnahmegruben) hin. Schon jetzt - das steht für die Experten des Bayerischen Landesamts für Denkmalspflege fest - kann mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den archäologischen Funden geschlossen werden, dass sich im nördlichen Teil des Sondierungsgebiets eine Siedlung befunden hat.

Um die archäologischen Besonderheiten erkennen zu können, werden die oberen Bodenschichten mit einem Bagger vorsichtig abgetragen. Die freigelegten Flächen werden von den archäologischen Fachleuten begutachtet. Freigelegte Funde werden markiert, mit Nummern versehen und dokumentiert. Sichtbare Funde werden vorsichtig geborgen. So soll auch eine Schale, von der bisher nur einzelne Scherben gefunden wurden, vollständig ausgegraben werden.

Ausgrabungen Ausgrabungen in der Nähe der Schleuse Erlangen

Um eine solche Siedlung keinesfalls zu beschädigen, sondern zu finden und zu bewahren, wird die Suche bereits im Vorfeld der anstehenden Bauarbeiten durchgeführt. Mit diesen vorsorglichen Maßnahmen soll verhindert werden, dass ein archäologischer Fund erst in der Bauphase entdeckt und sich so der Bau in unvorhersehbarem Umfang verzögert.

Die Arbeiten mussten im April 2019 unterbrochen werden, denn sie finden in einem für die Trinkwasserversorgung der Stadt Erlangen wichtigen Wasserschutzgebiet statt. Mit der Aufdeckung der oberen Bodenschicht wird ein wichtiger organischer Schutzfilter für das Trinkwasser vorübergehend außer Funktion gesetzt. Um qualitative Auswirkungen auf die Wasserversorgung zu vermeiden, werden vorsorglich - auch in Absprache mit den zuständigen Fachbehörden - für den Zeitraum der Ausgrabung benachbarte Trinkwasserbrunnen außer Betrieb genommen. Dies geht aber nur in der verbrauchsarmen Zeit von Oktober bis April.

Die Grabungs- und Dokumentationsarbeiten im Bereich der bronzezeitlichen Siedlung werden daher im Oktober fortgesetzt und voraussichtlich im April 2020 abgeschlossen. Dabei werden neben landwirtschaftlich genutzten Flächen auch Waldflächen untersucht. Erwartet werden im Wesentlichen Verfärbungen des Bodens, in denen verfüllte Pfahlgruben von Hütten oder Abfallgruben erkannt werden können. Die Arbeiten werden durch eine Grabungsfirma unter der Fachaufsicht des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege durchgeführt.