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Neue Heimat für das Reptil des Jahres 2021

 

Die Zauneidechse zieht um, ehemaliges Deponiegelände wird ökologischer Lebensraum

Sie liebt es trocken und sonnig, versteckt sich gern unter Steinen und ernährt sich überwiegend von Insekten – die Zauneidechse. Bis zu 24 cm wird sie groß, ist braun oder auch grün gemustert, je nach Geschlecht. Und seit einigen Jahren zählt sie zu den geschützten Tierarten.

Als bei den Bestandserhebungen im Baubereich der neuen Schleuse Erlangen die Zauneidechse gefunden wurde, war also klar: Das Reptil des Jahres 2021 benötigt einen Ersatzlebensraum während der Bauarbeiten. Das WNA leitete entsprechende Maßnahmen ein und startete mit der Umsetzung.

Heimische Zauneidechse Zauneidechse - Reptil des Jahres 2021

Eidechsenhügel – speziell auf die Bedürfnisse angepasst

26 Eidechsenhügel werden nördlich und südlich der alten Schleuse auf vier Flächen angelegt. Jeder Hügel besteht aus rund zwei Lkw-Ladungen Bruchsteinen und reicht etwa einen Meter tief in den vorhandenen Boden, bis in den für die Winterquartiere erforderlichen frostfreien Bereich. Die Steine speichern die Sonnenenergie für die wärmeliebenden Tiere und bieten ihnen vielfältige Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten. Vor jedem Hügel wird eine Sandfläche angelegt, in der die Eidechsen ihre Eier ablegen können. Damit sie ausreichend Nahrung finden, werden um die Hügel bunte Blühwiesen gesät, die Insekten anziehen. Zusätzlich werden Stubbenhaufen aus Wurzelstöcken und Wurzelresten errichtet, die ebenfalls als Schutz und Versteck dienen. Im Umfeld werden zahlreiche Sträucher gepflanzt, passend zur heimischen Flora.

Eidechsenhügel Eidechsenhügel - ein ideales Habitat

Trinkwasserschutz wird großgeschrieben

Im Wasserschutzgebiet hat der Trinkwasserschutz hohe Priorität. WNA und Erlanger Stadtwerke arbeiten hier eng zusammen: Zur Vermeidung jeglicher Verunreinigung des Bodens muss die ausführende Firma besonders hohe Anforderungen bezüglich ihrer Maschinen und Arbeitsweise erfüllen. Zudem wird der wichtige Mutterboden, der als Filter für das darunterliegende Grundwasser dient, im Bereich der Hügel nicht entfernt, sondern unter den Steinhügeln sogar noch durch eine Mulchschicht ergänzt.

Aus Deponieflächen werden ökologisch-hochwertige Lebensräume

Südlich der alten Schleuse entstehen die Habitate auf einem ehemaligen Deponiegelände. Mit doppeltem Nutzen für die Umwelt. Denn aus den alten Deponieflächen werden ökologisch-hochwertige Lebensräume, die nicht nur als neues Heim für die Zauneidechsen dienen, sondern langfristig auch für die Besiedelung vieler weiterer heimischer Tiere und Pflanzen.

Stand der Arbeiten

Bereits Mitte Februar wurde im Süden der neuen Schleuse die Fläche gerodet. Unterholz, kleinere Gehölze und Wurzelwerk wurden entfernt, aus ökologischen Gründen aber nicht entsorgt, sondern vor Ort als Mulch wiederverwendet. Die Rodungsarbeiten wurden Ende Februar, pünktlich vor Beginn der Brutzeit der Vögel, abgeschlossen. In den folgenden Wochen werden Steinhügel und Stubbenhaufen angelegt und die Sträucher gepflanzt, damit sich die neuen Lebensräume entwickeln können.